Kalorienzählen
Abnehmen, Gewichtsabnahme

Warum Kalorienzählen deine Gewichtsabnahme verhindert

Oft lese ich, dass ich maximal 80% meines Grundumsatzes an Kalorien zu mir nehmen darf. Sonst kann ich kein Gewicht verlieren. Und dazu muss ich Kalorien zählen. Kalorienzählen hat mich aber noch nie angesprochen. Daher habe ich es nie gemacht.

Und trotzdem konnte ich in den letzten 3 Monaten über 5kg mit Intervallfasten abnehmen.

Ich stehe dem Kalorienzählen daher ein wenig kritisch gegenüber. Meine Philosophie ist es, auf meinen Körper zu hören und ihm die Nährstoffe zu geben, die er benötigt. Ohne zählen.

Ich befürchte, nicht jeder wird mir in diesem Thema zustimmen. Aber ich möchte dir trotzdem erklären, warum Kalorienzählen für mich nicht funktioniert.

Was ist dein Kalorien-Grundbedarf?

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Also lass uns anfangen. Was ist dein Kalorien-Grundbedarf? Und wie ermittelst du ihn überhaupt? Mir persönlich ist das nicht ganz klar. Außer du lässt deinen Grundbedarf in einer klinischen Studie ermitteln, wirst du nie deinen korrekten Grundbedarf ermitteln können.

Dein Startpunkt um täglich deine Kalorien zu zählen ist also nicht exakt.

Ich kann dir leider keinen Tipp geben, wie du deinen Grundbedarf ermitteln kannst. Ich habe das nämlich noch nie gemacht. Das ist mir auch viel zu viel Arbeit.

Die nächste Unsicherheit, ist das Zählen der Kalorien, die du isst. Ob du deine Nahrung Gramm genau abmessen kannst? Selbst mit der besten Waage kannst du dein Essen nicht 100% genau abwiegen.

Zur Unsicherheit deines Kalorien-Grundbedarfs kommt jetzt noch die Ungenauigkeit deines Kalorienzählens.

Du isst zu wenig

OK, jetzt wissen wir, dass der Wert, anhand dessen du deinen täglichen Kalorienbedarf ermittelst vermutlich nicht korrekt ist. Trotzdem zählst du über den Tag fleißig Kalorien.

Am Ende des Tages, oder schon am Nachmittag, sind deine verfügbaren Kalorien aufgebraucht. Laut deinem Kalorienzählen hast du genug gegessen und deine Kalorien zu dir genommen.

Du hast aber noch Hunger. Und nachdem du gestern Sport gemacht hast, braucht dein Körper heute mehr Nährstoffe um zu heilen und Muskeln aufzubauen. Aber was sollst du machen? Deine Kalorien sind verbraucht.

Also gibst du deinem Körper heute nicht die nötigen Nährstoffe, die er benötigt. Er kann sich nicht richtig erholen.

Wenn du zu oft deinem Körper nicht die richtigen und ausreichenden Nährstoffe zuführst, wird er irgendwann seinen Grundumsatz senken.

Du isst zu viel

Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich. Du hast einen entspannten Tag im Büro. Dein Chef ist im Urlaub und keiner deiner Kollegen hat heute Stress gemacht.

Über den Tag zählst du deine Kalorien. Nach dem Abendessen fühlst du dich wohl und satt. Aber deine Kalorienzähl-App sagt dir, dass du noch Kalorien übrig hast.

Du merkst, dass dein Körper zufrieden und satt ist. Er hat alle Nährstoffe die er braucht.

Aber die App sagt: Mehr. Also gehst du zu Schrank und belohnst dich. Du füllst die „fehlenden“ Kalorien mit etwas Süßem auf. Eigentlich wolltest du es gar nicht. Aber die Kalorien mussten ja her.

Intervallfasten – Körper verbrennt Fett

Jeder Körper funktioniert anders. Wenn du bereits länger Intervallfastesn betreibst, ist dein Körper im fastenden Zustand vermutlich bereits im Fettverbrennungsmodus.

Jemand, der seine Ernährung auf die „traditionelle“ Weise auslegt, also mit 5-6 kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt hat einen ganz anderen Stoffwechsel. Durch das konstante zufügen von Kalorien und Kohlehydraten ist der Blutzucker- und Insulinspiegel erhöht. Der Körper kann so nicht in den Fettverbrennungsmodus kommen.

Beim intermittierenden Fasten verbrennt dein Körper also Fett. Dieses Fett hat auch Kalorien. Aber nachdem du sie nicht wiegen kannst, kannst du auch die Zahl der Kalorien nicht bestimmen.

Ein genereller Ansatz des Kalorienzählens macht daher wenig Sinn. Jemand der intervallfastet, kann zusätzlich seine Fettreserven als Kalorienquelle nutzen. Jemand, der nicht fastet, hat diese Möglichkeit nicht.

Du vernachlässigst den Einfluss deiner Umgebung

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Nicht jeder Tag ist gleich. Du bist jeden Tag neuen Einflüssen deiner Umgebung ausgesetzt. Das Wetter. Kalt oder warm. Sind alle erkältet auf dem Weg in die Arbeit?

All das hat Einfluss auf deinen Körper und die benötigten Kalorien. Aber wenn dein Kalorien-Grundbedarf einmal ermittelt ist, wird daran nicht mehr gerüttelt.

In Tim Ferris Buch Der-4-Stunden-Körper erzählt er eine interessante Geschichte. Ein NASA Mitarbeiter möchte abnehmen. Er findet heraus, dass Micheal Phelps (olympischer Schwimmer) ca. 12.000 Kalorien an Trainings- und Wettkampftagen zu sich nimmt. Übergewichtig ist er dadurch aber nicht.

Der NASA Ingenieur errechnet, dass Phelps allein durch das Schwimmen nicht diese Zahl an Kalorien verbrennen kann.
Phelps verbrennt so viele Kalorien durch den Einfluss seiner Umgebung. Er ist stundenlang im Wasser. Die Temperatur des Wassers ist geringer als seine Körpertemperatur. Sein Körper heizt also das Wasser auf und verbraucht so eine Unmenge an Kalorien.

Was ich mit dieser kurzen Geschichte sagen möchte: Dein Körper ist jeden Tag Einflüssen ausgesetzt. Ist an einem Tag dein Büro sehr kalt. Dein Körper wird das Büro aufheizen. Wenn auch nur wenig. So benötigt dein Körper an diesem Tag mehr Nahrung. Dein Kalorienumsatz ist höher.

Das gleiche gilt an heißen Sommertagen. Dein Körper möchte sich selber kühlen und so schwitzt du. Das verbraucht Kalorien im Körper.

Diese zusätzlichen Kalorien sind aber nicht in deinem Kalorien-Grundumsatz berücksichtigt.

Du stresst dich beim Kalorienzählen

Wie bereits erwähnt habe ich noch nie Kalorien gezählt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es Spaß macht.

Ich stelle mir vor du sitzt abends beim Abendessen. Für deine erste Portion hast du das Gewicht bestimmt und die Kalorien notiert. Jetzt möchtest du dir etwas nachnehmen. Ab da wird es kompliziert.

Dieses fixieren auf Kalorienzählen würde bei mir Stress auslösen. Müsste ich mir die ganze Zeit Gedanken machen, ginge der Spaß verloren.

Und Stress ist ein Faktor, der deine Gewichtsabnahme verlangsamen kann. Übertreibe es als bitte nicht zu sehr mit dem Kalorienzählen! Und stresse dich selber nicht zu viel!

Du schläfst schlecht durch den Stress beim Kalorienzählen

Das Schlimmste, was passieren kann ist, dass sich dein Stress auf deinen Schlaf auswirkt. Auch wenn deine Ernährung und dein Bewegung absolut perfekt sind. Gibst du deinem Körper nicht den Schlaf den er braucht. Sowohl die Länge des Schlafes als auch die Qualität. So wirst du deine Ziele bei der Gewichtsabnahme nicht erreichen.

Achte daher besonders auf einen guten Schlaf! Und achte darauf, dass Kalorienzählen nicht zusätzlich zu deinem Stress beiträgt!

Aber was ist die Alternative

Jetzt fragst du ganz berechtigt: Aber was nun? Alle sagen ein Kaloriendefizit ist wichtig.

Und das ist auch in Ordnung. Mir geht hier es nicht darum über die Anzahl der Kalorien zu diskutieren, die du zu dir nimmst. Nur die Art, wie du es kontrollierst.

Wenn du Probleme mit starkem Überessen hast. Und nur Kalorienzählen dich davon abhält, dann behalte es bitte bei!

Mit Intervallfasten holst du dir dein Körpergefühl zurück. Nach kurzer Zeit mit intermittierendem Fasten wirst du merken, dass sich dein Hunger und Appetit verändert. Du wirst weniger Nahrung brauchen und dein Körper wird gesündere Nahrung bevorzugen.

Hör auf die Signale, die dir dein Körper sendet. Mit Intervallfasten bekommst du wieder ein besseres Verständnis für deinen Körper. Der Appetit wird sich automatisch an die Bedürfnisse deines Körpers anpassen. Benötigt dein Körper mehr Nährstoffe, zum Beispiel nach dem Sport, wirst du mehr Hunger haben als an anderen Tagen.

Intermittierendes Fasten hilft dir zu einem gesünderen natürlicheren Essensrhythmus. Du wirst wieder lernen den Zeichen deines Körpers zu vertrauen. Keine Diät schreibt dir vor, was du essen sollst und wie viel.

Schreibe mir in den Kommentaren: Zählst du Kalorien? Hilft dir Kalorienzählen deine Ziele zu erreichen? Oder führt es bei dir zu Stress?




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4 Gedanken zu „Warum Kalorienzählen deine Gewichtsabnahme verhindert“

  1. Hallo Peter
    Seit einiger Zeit Betreibe ich IF habe auch einige Pfündchen schon verloren. Das Kalorien zählen habe ich schon lange aufgegeben.Nun habe ich das Problem es geht zur Zeit nichts mehr. Also nichts rauf und nichts runter,. bis dato habe ich das Prinzip 14=10 benutzt.
    Nun denke ich sollte ich das 16/8 Prinzip anwenden.
    Oder hast du einen anderen Vorschlag ????
    Habe vor 6 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und seit dem kontinuierlich zugenommen. Mit meinem Kameraden Benni bin ich morgens und abends unterwegs zusammen eine Stunde.

    1. Hallo Maria,

      oft hilft es bei einem Abnahme-Plateau einfach mal etwas zu ändern.

      Wenn es bei mir einige Zeit nicht mehr weitergeht, verändere ich kurzfristig meine Ernährung. Einfach, dass sich mein Körper nicht darauf einstellen kann, was passiert.
      Das kann ein Cheat-day sein. Oder ich faste einen Tag länger als normal. Oft hilft das, dem Körper einen kleinen Schupps zu geben. Und schon geht es wieder weiter mit der Abnahme.

      Wie lange dein Fastenfenster sein sollte, kannst du am besten entscheiden. Es muss zu dir und deinem Leben passen.
      Um deinen Insulinspiegel besser zu regulieren, ist ein längeres Fastenfenster sinnvoll. Zwischen 16-24h Fasten tritt der größte Einfluss für den Insulinspiegel auf.
      https://medium.com/the-mission/the-sweet-spot-for-intermittent-fasting-9aae12a2158c

      Ich für mich habe aber festgestellt, dass diese ganz langen Fastenfenster für mich nicht gut funktionieren. Nachdem ich einige Male 21-23h gefastet habe. Ich habe mich nicht wirklich gut gefühlt.
      Jetzt bin ich wieder bei 16-17h fasten. Je nachdem, wie es in meinen Tag passt.

      Viele Grüße

      Peter

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